Gangulys Tipps

  • Dr. Martin Ganguly

    Dr. Martin Ganguly

    Dr. Martin Ganguly ist Dozent in der Lehrerausbildung an der Universität (HVD/TU Berlin) sowie Autor und Lehrer im filmpädagogischen und künstlerischen Bereich im In- und Ausland. Der promovierte Erziehungswissenschaftler (TU Berlin) hat zusätzlich zu seinem Lehramtsstudium auch ein Regie- und Schauspielstudium am Max-Reinhardt-Seminar in Wien mit Auszeichnung abgeschlossen. Seit 2009 ist er Prüfer für die FSK (Freiwillige Selbstkontrolle).

    Für Matthias-Film arbeitet er zusätzlich als Autor, in der Fortbildung und als Filmscout.
  • 5/2011

    LEIDEN-SCHAFT – neue DVD educativ zu sexueller Identität und sexuellem Missbrauch: Hinweise für den Einsatz im Unterricht
    Erste Erfahrungen mit Sexualität sind meist schöne Erfahrungen, allerdings kann es auch zu schwierigen Situationen kommen, die dann noch lange in Erinnerung bleiben. Der Titel der DVD educativ LEIDEN-SCHAFT regt genau so wie die darauf enthaltenen drei europäischen Kurzfilme die Zuschauer/innen zum Nachdenken an. Bewusst wurden hier zunächst drei Themen zusammengebracht – Missbrauch, Erwachen der sexuellen Gefühle und Coming Out –, die eigentlich nicht unbedingt etwas miteinander zu tun haben, aber gerne "in einen Topf" geworfen werden.
    Die drei Filme sollen den Blick auf menschliche Befindlichkeiten, Wünsche, aber auch Ängste schärfen.
    Was ist Missbrauch?
    Wie fühlt sich ein Coming Out an?
    Die drei Filme sollen im Vergleich solche und ähnliche Fragen aufwerfen und dazu anregen, eigene Antworten zu suchen.

    "Der Trainer" ist ein sensibel gestalteter Film über Missbrauch, ein Film, der sich stark in das Opfer einfühlt und aus dessen Perspektive erzählt. – Die Stärke von "James" ist der offene Schluss, ob es sich dabei um eine Missbrauchsgeschichte handelt, bleibt ganz bewusst vage und soll diskutiert werden. – In "Nach Klara" hingegen wird die Geschichte einer bewussten, sexuellen Begegnung, zwischen einem älteren und einem jüngeren Protagonisten beschrieben.

    Drei Themen, mit denen sich junge Menschen auseinandersetzen wollen und sollen, drei Themen, die gemäß Umfragen von Matthias-Film auch von sehr vielen Lehrer/innen für den Unterricht gewünscht wurden. In den 1970er bis in die 1990er gab es zu diesen Themen einzelne Lehrfilme, die häufig mit erhobenem Zeigefinger oder mit diffusen Ängsten arbeiteten. In einer aufgeklärten Betrachtungsweise wird schnell klar, dass Sexualpädagogik anders funktionieren muss und Themen anders zusammengestellt werden sollten, als das noch vor einer Generation häufig in Unterrichtsmaterialien üblich war. Wichtig ist die Stärkung der eigenen (sexuellen) Identität, die weder Themen verharmlost, noch diese dämonisiert. Ebenso wichtig ist es, nicht sämtliche Bereiche der Sexualität zu vermischen. Missbrauch, Pädophilie und Homosexualität sind unterschiedliche Themen – das muss diskutiert und erkannt werden. Missbrauch ist ein kriminelles, persönlichkeitszerstörendes Delikt, über das gesprochen werden sollte, aber immer, ohne Angst vor dem sprichwörtlichen "bösen schwarzen Mann" zu schüren. Gefordert ist sensible Aufmerksamkeit.
    Die Akzeptanz von Liebe, einer erfüllende Sexualität und auch eines Coming Out bei gleichgeschlechtlich orientierten Menschen sollte unbedingt gefördert und enttabuisiert werden. Kurzfilme eignen sich in diesem Zusammenhang für den Unterricht in besonderem Maße.
    Dass in allen drei Filmen Jungen und junge Männer zwischen 13 und 18 die Protagonisten sind, ist für die Zusammenschau thematisch besonders geeignet. Das soll jedoch nicht bedeuten, dass in diesem Zusammenhang nicht auch der Blick auf Erfahrungen und Befindlichkeiten von Mädchen und jungen Frauen entfallen soll. Aus diesem Grund gibt es in den zahlreichen Info- und Arbeitsblättern immer assoziative Aufgaben und Querverweise.
    Die Themen sind unterschiedlich aufbereitet. Beim Thema Missbrauch überwiegt der informativ-beschreibende Teil. Beim Thema Erste Gefühle sollen die Schüler/innen angeregt werden, über sich selbst und ihre eigenen Gefühle nachzudenken und entsprechend selbst Ausdrucksmöglichkeiten zu finden. Beim Thema Coming Out soll neben einer Vorinformation vor allem die Empathiefähigkeit durch entsprechende methodische Mittel bestärkt und erweitert werden.
    Die Kurzfilme wurden mit zwei Gruppen von Lehrer/innen, die neben anderen Fächern Werteunterricht in der Sekundarstufe I geben, sowie einer jahrgangsgemischten Schüler/innengruppe (Kl.7-11) erprobt.

    Viel Anregung, spannende Diskussionen und einen geschärften Blick auf menschliche Gefühle wünscht Ihnen

    Dr. Martin Ganguly
    (Autor der Begleitmaterialien)

  • 4/2011

    Kurz vor dem Schuljahrsende noch eine freudige Mitteilung: Die DVD educativ "Das weiße Band" wurde mit der renommierten Comenius-EduMedia-Medaille 2011, der bedeutendsten deutschen und europäischen Auszeichnung für exemplarische IKT-basierte Bildungsmedien sowie didaktische Multimediaprodukte ausgezeichnet.
    Im letzten Tipp wurde angesprochen, dass Matthias-Film bewusst eine besonders große Fülle von vielfältig nutzbarem Material auf seinen DVDs anbietet. Im Falle von "Das weiße Band", das mit zahlreichen Arbeits-, Info- und Textblättern, Filmkompilationen, zusätzlichen Dokumentar- und Kurzfilmen und als besonderes Highlight sogar mit einem Exklusivinterview mit Michael Haneke eine ganz besondere Bandbreite an Material bietet, hat das auch die Jury restlos überzeugt. Die umfangreiche Kompilation hat die zahlreichen anderen Anwärter hinter sich gelassen und wurde somit zum pädagogisch, inhaltlich und gestalterisch am besten gelungensten Multimediaprodukt der Sparte eurokulturelle Bildung/interkulturelle Bildung/ethische Bildung gekürt.

    Die Begründung der Jury (Auszug):
    "Das weiße Band – eine deutsche Kindergeschichte" basiert auf dem vielfach preisgekrönten Film gleichen Titels, der sich mit mysteriösen Ereignissen in einem kleinen norddeutschen Dorf am Vorabend des 1.Weltkriegs auseinandersetzt. Das didaktische Multimediaprodukt brilliert als ein solches, indem es Adressaten ab 14 Jahren:

    · Unaufdringlich sachlich in die gesellschaftliche Situation der Jahre 1913/1914 einführt;

    · Einfühlsam durch die sozial-ethisch determinierte Filmhandlung leitet;

    · Erkennen und Auseinandersetzen mit der spannungsreichen Problematik ermöglicht und befördert;

    · Erziehung und deren Folgen in ihrer Kausalität erhellt.

    Das Prädikat "ausgezeichnet" trifft auf das pädagogisch und inhaltliche, auf das didaktisch-methodische und auf das tiefenfilmanalytische Gesamtangebot zu, dessen vermittlungslogisch klare Gliederung und aneignungsspezifisch überzeugende Struktur besonders hervorhebenswert sind."

    Als Autor der DVD, der den Film zusammen mit der Geschäftsführung und der Redaktion von Matthias-Film ausgewählt hat, freue ich mich natürlich ganz besonders über diese wundervolle Auszeichnung. Ein guter Sommerbeginn!

    Schöne Sommerferien wünscht Ihnen

    Dr. Martin Ganguly
    Filmpädagoge

  • 3/2011

    Materialien über Materialien – wer freut sich nicht darüber, wenn es zu einem Unterrichtsthema viel abwechslungsreiches Material gibt? Die DVD educativ von Matthias-Film stellt viele Materialien bereit – Arbeits-, Info- und Textblätter sowie zahlreiche korrespondierende Filmausschnitte oder Bilder.

    Diese sind für den jeweils entsprechenden Film fertig ausgearbeitet. Die Fülle von Arbeitsmaterial ist bewusst als Angebot gedacht, aus dem Sie auswählen können. Mit Hilfe der Einführungstexte und Unterrichtshinweise können Sie somit ein individuelles Unterrichtsprogramm nach Maß für Ihre Lerngruppe schneidern. Sie sollten dazu lediglich im Vorfeld den Film gesehen haben und sich einen Überblick über die Materialien verschaffen. Zugegeben, dies bedarf beim ersten Einsetzen eines neuen Films einer gewissen Vorbereitungszeit; spätestens beim zweiten Einsatz aber sparen Sie im Gegensatz zu anderen vorgefertigten Printmedien schon einiges an Zeit.

    Folgende Fragen können bei der Vorbereitung hilfreich sein:

    – Was macht gerade diesen Film besonders reizvoll?

    – Für welche Fächer ist er besonders gut geeignet?

    – Kann man damit fächerübergreifend arbeiten oder ist es sinnvoller, den (die) Schwerpunkt(e) auf ein Fach zu legen?

    – Für welche Unterrichtsgruppe ist der Film besonders gut geeignet?

    – Welche Themenschwerpunkte (zentrale Fragen) beinhaltet der Film?

    – Gibt es einen oder mehrere relevante Schwerpunkte, die genau zu meiner Unterrichtsgruppe passen?

    – Welche der angebotenen Materialien möchte ich dazu einsetzen?

    Nachdem Sie Ihr Konzept entworfen und die Materialien ausgewählt haben, steht einem informativen, spannenden und schülermotivierenden Unterricht nichts mehr im Wege.

    Viel Erfolg beim Vorbereiten – im Zusammenhang mit einem guten Film kann das besonders Spaß machen!

    Ihr

    Dr. Martin Ganguly
    Filmpädagoge

  • 2/2011

    Immer mehr Filmanalysen in Rahmenplänen

    Filmanalyse – dieser Begriff taucht in Rahmenplänen und Schulbüchern zunehmend häufiger auf. Das Analysieren eines Films ist in einigen Bundesländern bereits verbindlicher Bestandteil des höheren Schulabschlusses. Was beinhaltet Filmanalyse nun genau?

    In der medienpädagogischen Betrachtung der 1970er Jahre handelte es sich dabei vornehmlich um die Analyse des Kontextes, also des Filminhaltes. Ein, zwei Jahrzehnte später wurden Stimmen laut, dass man Filme doch in erster Linie formal, also nach ihrer Machart beurteilen sollte. Heute weiß man, dass für eine Filmanalyse beides unabdingbar ist, da sichwie auch in der Literatur – Form und Inhalt meist bedingen und sich Inhalte häufig aus ihrer formalen Umsetzung ergeben beziehungsweise umgekehrt. Somit kann man Film nach zwei Hauptkriterien, der FILMSTRUKTUR und dem FILMKONTEXT analysieren um dann anhand der entsprechenden Verknüpfungen den Film zu deuten.

    Um sich mit dem dafür notwendigen Handwerkszeug vertraut zu machen brauchen Lehrer/innen und Schüler/innen natürlich entsprechende Basisliteratur. Darauf aufbauend helfen dannzum jeweiligen Film – Filmhefte und natürlich filmdidaktisch aufbereitete Filme, die sie zahlreich im Sortiment von Matthias-Film finden, weiter.


    Als sehr hilfreiche Grundlagenwerke kann ich Ihnen folgende Literatur empfehlen:

    Filmanalyse (Arbeitsheft Edition Klett, Klett-Verlag)

    Dieses Filmheft ist das verständlichste, kompakteste, neueste und günstigste Heft zur Filmanalyse, das es zurzeit auf dem deutschsprachigen Markt gibt. Es bietet einen anschaulichen und exemplarischen Einstieg in die Filmanalyse. Filmgeschichte, Bild und Ton, Filmerzählung, Filmemacher und Filmkontext sind die Schwerpunkte des Lehrwerks. Diese werden praxisorientiert anhand von Filmklassikern wie auch aktuellen Bezügen beleuchtet. Das Heft ist für alle Unterrichtsstufen auch über mehrere Jahre als Grundlagenwerk geeignet. Für Schüler/innen vom 8. bis 13. Schuljahr, aber auch für Erwachsene sehr zu empfehlen.
    ISBN-10: 3129275304
    ISBN-13: 978-3129275306
    Preis: 9,25 €
    _____________________

    Für den Englischunterricht ist zusätzlich empfehlenswert:

    Close-Up. Exploring the Language of Film (Schulbuch, Schöningh-Verlag)

    ISBN: 978-3-14-062429-9
    Preis: 36,99€
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    Vor allem für den Kunstunterricht ist folgendes Werk sehr geeignet:

    Grundkurs Film (Schulbuchreihe, Schroedel-Verlag)

    Band 1: ASIN: 3507100304
    Band 2: ISBN-10: 9783507100190
    ISBN-13: 978-3507100190
    Preis (je nach Band/Materialien etc.): zwischen 22,95€ und 32,99€
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    Wer ganz umfassend informiert werden möchte (ca. 800 Seiten), sollte sich folgenden Klassiker zulegen:

    James Monaco: Film verstehen: Kunst, Technik, Sprache, Geschichte und Theorie des Films und der Neuen Medien (rororo Verlag)

    ISBN-10: 3499625385
    ISBN-13: 978-3499625381
    Preis: 19,95€



    Viel Spaß und Erfolg in Unterricht und Fortbildung, aber auch privat mit der aufregenden Welt der Filmanalyse
    wünscht Ihnen

    Ihr Dr. Martin Ganguly
    Filmpädagoge

  • 1/2011

    Berlinale geht in die Schule

    Wir haben im letzten Jahr schon über die Sektion Generation der Berlinale berichtet. Dort werden in dem bedeutsamen Festival für Kinder- und Jugendfilme wahre Schätze aus den unterschiedlichsten Ländern gezeigt.

    Einige dieser vielschichtigen, besonderen Filme sind bei Matthias-Film erhältlich.

    Zusätzlich bietet die Berlinale (10.–20.Februar 2011) ein weltweit einzigartiges Schulprojekt an.

    Jährlich werden von einer wechselnden Gruppe von Lehrerinnen und Lehrern aller Schulstufen anhand der Filme der Sektion Generation filmpädagogische Methoden praktisch erprobt und ihre Ergebnisse im Nachhinein einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

    Die am Schulprojekt beteiligten Lehrerinnen und Lehrer können sich die Filme des Generation-Programms bereits im Vorfeld des Festivals ansehen. Im Gespräch mit einer Grundschulpädagogin (für die Kinderfilme) beziehungsweise mir – als Filmpädagogen und Projektleiter – wählen sie einen Film aus, der ihnen für ihre Klasse besonders geeignet erscheint. Die Kinoerlebnisse verbinden sich meist auch mit aktuellen Unterrichtsthemen. So ergeben sich für jeden Film ganz unterschiedliche Herangehensweisen. Je nach Thema und Schwerpunktsetzung werden die Filme soziopolitisch, historisch oder unter künstlerischen Gesichtspunkten betrachtet; es werden am Film orientierte Rollenspiele und Theaterstücke entwickelt oder etwa ein ganz neuer Kontext durch den Vergleich eines Films mit einem literarischen Werk eröffnet.

    Auf der Website www.visionkino.de veröffentlicht das bundesweite Netzwerk für Film- und Medienkompetenz die Ergebnisse der Projekte.

    Einige dieser Projekte sind auf DVDs von Matthias-Film ausführlich dokumentiert (u. a. bei "Ben X").

    Lehrerinnen und Lehrer, die in Berlin und im Umfeld von Berlin arbeiten, können sich für die kommenden Jahre für die Teilnahme an diesem Projekt bewerben. Für die vielen anderen Lehrerinnen und Lehrern sind die didaktisch aufbereiteten DVDs von Matthias- Film eine spannende Möglichkeit, eigene Projekte rund um besondere Kinder- und Jugendfilme zu entwickeln und dadurch besonders kreativen Unterricht zu gestalten – zum Nutzen und zur Freude zahlreicher Schüler.

    Viel Spaß bei der Berlinale zu Hause oder in der Schule wünscht Ihnen

    Ihr Dr. Martin Ganguly
    Filmpädagoge

    Link zum diesjährigen Programm für Kinder- und Jugendfilme der Sektion Generation der Berlinale und zur Bewerbung für das Schulprojekt:

    http://www.berlinale.de/de/das_festival/festival-sektionen/generation/index.html
  • 7/2010

    Adventskalender mit Filmschnipseln

    Die Wartezeit aufs Weihnachtsfest wird allerorten versüßt. Zu Hause, in zahlreichen Büros wie in öffentlichen Einrichtungen hängen Adventskalender. Der Inhalt ist lecker, geht aber meist direkt auf die Hüfte. Wie wäre es mit Inhalten, die primär in Herz und Gehirn gehen?

    Verpacken Sie das tägliche Türchen-Öffnen für Ihre Schüler/innen doch einmal in einen Lern- und Rätselspaß für alle!

    Dazu können Sie einmal pro Woche oder täglich (je nachdem, ob Sie das nach Tag oder Adventswoche gestalten möchten) Filmausschnitte auswählen und mit entsprechenden Fragen vorführen. Diese können vom selben Film sein (besonders jüngere Schüler/innen lieben Fortsetzungsgeschichten) oder aus unterschiedlichen Filmen stammen. Dazu bieten sich praktischerweise didaktische DVDs (DVD educativ premium) an, die ja in ihren Extras bereits unterschiedlichste Ausschnitte mit Fragen und Informationen bereithalten. So können Sie "Ihre Gruppe" gleichzeitig unterhalten, zu Diskussionen anregen oder Wissen vermitteln, beziehungsweise wiederholen und vertiefen.

    Teilen Sie uns Ihre Erfahrungen mit – wir sind gespannt darauf.

    Eine anregende Adventszeit und viel Spaß und Erfolg in Unterricht und Fortbildung mit den Filmausschnitten Ihres medialen Adventskalenders
    wünscht Ihnen

    Ihr Dr. Martin Ganguly
    Filmpädagoge

  • 6/2010

    Kein deutscher Film hat seit Jahrzehnten so viele internationale und nationale Auszeichnungen erhalten wie "Das weiße Band".
    Das wäre nicht unbedingt ein Grund, ihn in der Bildungsarbeit einzusetzen, wenn er nicht auch thematisch die Kernpunkte von Erziehung und menschlichen Beziehungen und Abhängigkeiten in brillanter Form darstellen würde, so wie man sich das für Diskussionen und Unterricht wünscht.

    Dieses Meisterwerk ist ein Juwel im Angebot von Matthias-Film. Nach der großen Freude, den Zuschlag für die Rechte am Film erhalten zu haben, stellte sich zunächst die Frage, wie man diesen Film für Unterricht und Bildungsarbeit angemessen aufarbeiten kann.

    Die nach ausführlicher Recherche und mit zahlreichen Zusatzmaterialien versehene DVD educativ premium bietet nun die zentralen Themen als multimediale Angebotspalette dar.

    Neben der Durchdringung der historischen, soziologischen, pädagogischen und kirchlichen Bezüge können in speziellen Zusammenschnitten die einzelnen Figuren nach Überthemen wie Autoritäten, Untertanen, Eltern und Kinder oder Liebe und Sexualität vertieft betrachtet und analysiert werden.
    Es gibt einen Vergleich zu verschiedenen (rahmenplan-)relevanten literarischen Werken wie Remarques "Im Westen nichts Neues", Musils "Die Verwirrungen des Zöglings Törleß" und Heinrich Manns "Der Untertan". Zum letztgenannten gibt es einen prägnanten Ausschnitt aus der berühmten Verfilmung von Wolfgang Staudte.

    Neben zahlreichen Informations- und Arbeitsblättern bietet die DVD auch unter anderem Originaldrehbuchauszüge, Bilder vom Setdesign, Farbsequenzen der Dreharbeiten und dazu zwei ganz besondere Highlights, die sich nirgendwo anders finden lassen:

    Ein in Wien gedrehtes Exklusivinterview mit dem Regisseur Michael Haneke, der sich erstmals in so ausführlicher Form zur pädagogischen Bedeutung von Medien und Film äußert sowie einen Kurzfilm von Oberstufenschülern, die sich assoziativ zu "Das weiße Band" den Film "Das weiße Blatt" ausgedacht haben.

    Mit Recht und Freude kann man also sagen, dass dieses die soweit ausführlichste und vielsinnlichste Anregung zur Beschäftigung mit Hanekes Film für die Bildungsarbeit geworden ist, die Jugendliche und auch Erwachsene mit einem der bedeutendsten Werke des deutschen Films in motivierender Form vertraut machen wird.

    Wenn man in seinem (Schul-)Leben zehn Filme gesehen haben müsste – dieser gehörte auf jeden Fall dazu!

  • 5/2010

    Die Rahmenpläne fordern zunehmend mehr Medienvergleiche.

    Das bedeutet, dass nicht nur ein literarischer Text im Vordergrund steht, sondern dieser mit einem Film (und in selteneren Fällen mit anderen Darstellungsformen) verglichen werden soll.

    Häufig, wie auch bei den "Vorstadtkrokodilen", basiert ein Film auf einer literarischen Vorlage, daneben bedient er sich jedoch auch bei anderen Kunst- und Unterhaltungssparten. Dieser Vorgang kann aber genauso umgekehrt stattfinden, dann dient ein Film als Vorlage für ein Theaterstück, einen Roman oder ein Computerspiel.

    Folgende Fragen sind grundsätzlich bei einem Medienvergleich einzubeziehen:

      - Welche Vorlagen gab es zu diesem Film?
      - Wie genau wurde die Vorlage umgesetzt?
      - Welche Teile der Vorlage entfielen, bzw. konnten nicht eingearbeitet werden?
      - Welche filmischen Elemente machen die Umsetzung zu einem eigenständigen medialen Kunstwerk?

    In der Sprache des Films erzählt uns besonders das Bild alles über die im Film dargestellte Geschichte. Hinter der offensichtlichen Filmerzählung steckt aber auch eine zweite Art von Filmerzählung, vergleichbar mit literarischen Vorlagen. Diese medienspezifischen Elemente haben eigene Bezeichnungen. Während Bücher in Kapitel aufgeteilt werden, bestehen Filme aus Szenen, d. h. aus meist verschiedenen Einstellungen, die in Bezug auf die Dramaturgie oder auf Zeit und Raum eine Einheit bilden. Eine längere Erzähleinheit nennt man Sequenz, die wiederum aus mehreren Szenen besteht.

    Das multimediale Arbeitsmaterial der DVD educativ premium zu den "Vorstadtkrokodilen" bietet – neben zahlreichen anderen Hintergrundthemen und Arbeitsmaterialien – anhand fünf prägnanter Stellen genau diese Vergleiche zu den drei Variationen (Buch und Filme) der Geschichte um die Vorstadtbande.

    Die Lust am Vergleich und auch die Entdeckung vieler dadurch entstehender Assoziationen verhelfen dem Betrachter zu Erkenntnissen in vielsinnlicher und umfangreicher Art. Zudem regen exemplarische Vergleiche in einer multimedialen Zusammenschau Schüler/innen in hohem Maße zur Eigenarbeit an, und dies stärker als bei der Verwendung nur eines Mediums.

    Ein weiteres Plus dieses Medienvergleichs besteht darin, dass beide Verfilmungen der "Vorstadtkrokodile" sich als Glücksfall bezüglich des Vergleichs von Literaturvorlage und filmischer Umsetzung erweisen: Beide Medien stellen in ihrer jeweiligen medialen Form den Inhalt altersadäquat und gut analysierbar in spannender und motivierender Form dar. In der Synopse der Charaktere in den Verfilmungen und im Buch wird auch die Unterschiedlichkeit von Kindheit in den 1970ern im Vergleich zum Kindsein heute evoziert. Es bietet sich also durch die Möglichkeiten der DVD educativ premium eine soziohistorische Durchdringung der Veränderung des Lebens in Deutschland während der letzten dreißig Jahre in prägnanter Form an, so wie sie bis jetzt in noch keinem Unterrichtsmaterial zu den "Vorstadtkrokodilen" zu finden war. Damit kommen sowohl die Freunde der Erstverfilmung von 1977 als auch die Liebhaber der Neuverfilmung von 2009 sowie die Freunde des Buches auf ihre Kosten.

    Viel Spaß und Erfolg in Unterricht und Fortbildung mit dem Medienvergleich zu den "Vorstadtkrokodilen" wünscht Ihnen

    Ihr
    Dr. Martin Ganguly
    Filmpädagoge

  • 4/2010

    Filme haben unterschiedliche Unterscheidungsmerkmale, eines davon ist die Filmlänge. Ein Kurzfilm unterscheidet sich von einem programmfüllenden Film (Langfilm) einzig durch seine Länge und dauert im Regelfall höchstens eine halbe Stunde. Entsprechend begrenzt das Auswahlgremium für den Deutschen Kurzfilmpreis die Dauer für eingereichte Filme auf minimal 7 Minuten bis maximal 30 Minuten.

    Bis Mitte der 1970er Jahre wurden im Kino häufig Kurzfilme als Vorfilme gezeigt. Danach wurde dieser von Werbung und Filmtrailern verdrängt.
    Erst mit dem Auftauchen neuer Medien und einer auch für junge Filmemacher bezahlbaren Technik bekommt der Kurzfilm in den letzten Jahren eine neue Form der Verbreitung und viele, vor allem junge Anhänger.
    Für den Unterricht oder als Auftakt für Fortbildungsveranstaltungen ist der Kurzfilm eine ideale Form, um einen didaktischen Impuls zu geben.
    Matthias-Film hat in seinem Angebot Kurzfilme auf gesonderten DVDs (wie zum Beispiel eine Kurzfilmrolle mit Filmen der Berlinale) wie auch auf den DVD educativ premium als Ergänzungsfilme (zum Dokumentarfilm "Wo Mädchen wenig wert sind" gibt es noch den erzählenden 15minütigen Film "Die Reise des Helden – zwischen den Welten"; als Zusatzfilm für "Ben X" gibt es noch den 4minütigen Animationsfilm "Cocoon Child" auf der DVD).
    Diese Filme kann man sonst meist nur auf Festivals wie z. B. der Berlinale oder den Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen sehen. Letzteres ist das älteste und eines der bedeutendsten Filmfestivals weltweit.
    Matthias-Film hat für Sie vor Ort gesichtet und wird im Programm 2010/11 einige der Höhepunkte - didaktisch aufbereitet - ins Programm nehmen.

    Viel Spaß und Erfolg in Unterricht und Fortbildung mit Kurz- und mit Langfilmen wünscht Ihnen

    Ihr
    Dr. Martin Ganguly
    Filmpädagoge

  • 3/2010

    Sie wollen mit einer unserer DVDs im Unterricht arbeiten, kommen aber nicht mit der Menüschaltungsführung klar oder bemerken, dass das Bild "springt"? Keine Sorge – meist sind die Ursachen kleine technische Probleme, die einfach gelöst werden können.
    Die DVD können Sie grundsätzlich entweder über einen Computer mit angeschlossenem Beamer oder über einen DVD-Player mit Monitor (das kann beispielsweise das angeschlossene Fernsehgerät sein) abspielen.
    Vorausgesetzt, dass die Geräte richtig angeschlossen und verkabelt sind (im Zweifelsfall gibt es in Ihrem Umfeld sicher technikbegabte Menschen, die das mit Freuden vornehmen oder überprüfen), könnte es zwei ganz banale Fehlerquellen geben:
    - Wenn die Menüführung nicht wirklich will, dann liegt das häufig an alten Batterien in der Fernbedienung. Tauschen sie diese, je nach Häufigkeit der Nutzung, alle 5 bis 10 Monate aus. Qualitätsbatterien halten meist um die Hälfte länger. Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn Sie vorsorglich neue Batterien bereit halten.
    - Sollte das Bild "springen", ist wahrscheinlich der Abtastlaser verschmutzt. Dieses Problem lösen sie minutenschnell mit einer Reinigungs-CD oder Reinigungs-DVD, die es kostengünstig im Fachhandel oder in Mediamärkten gibt.

    Nachdem Sie diese möglichen Fehlerquellen ausgeschaltet haben, sollten Sie problemlos mit Ihrer DVD arbeiten können. Viel Spaß und Erfolg in Unterricht und Fortbildung wünscht Ihnen

    Ihr
    Dr. Martin Ganguly
    Filmpädagoge

  • 2/2010

    Zum 60. Jubiläum der Berlinale wurden in der Retrospektive einige der besten Filme jeder Sektion gezeigt. Im Bereich Generation (Kinder- und Jugendfilm) war dies der dänische Film "Der Traum" (Drämmen/We Shall Overcome, Dänemark/Großbritannien, 2005).
    Die brillante und hochsensible Inszenierung von Regisseur Niels Arden Oplev erzählt die Geschichte eines Jungen im Dänemark von 1968, der es wagt, sich gegen die Ungerechtigkeit und Autorität der Erwachsenenwelt aufzulehnen.
    Diesen herausragenden Gewinner des Gläsernen Bären gibt es bei Matthias-Film auf einer DVD educativ premium mit umfangreichsten Zusatzmaterialien in Schrift, Bild und Ton in deutscher Sprache.
    Er eignet sich für Schüler/innen ab 10 Jahren und kann in den Fächern Geschichte, Sozialkunde, Politik, Deutsch, Religionslehre/Ethik, Musik sowie fächerübergreifend eingesetzt werden.

    Auf der DVD findet man als Hintergrundthemen: Figurencharakteristika, Schule, Erziehung und Autorität, Zeit des Aufbruchs – Die 68er, Martin Luther King, Sklaverei, Musik als Protestform. Zum Bereich Medienkompetenz wird auf das Filmgenre, auf Raum und Ästhetik, den skandinavischen Kinderfilm und auf den Regisseur und seine persönliche Geschichte eingegangen.

    Es gibt wohl keinen Schüler und auch keinen Erwachsenen, der von diesem Film nicht mitgerissen wird – die halbstündigen "Standing Ovations" anlässlich der Weltpremiere im Berliner Zoopalast waren nur der Auftakt für den Siegeszug eines der besten Filme des letzten Jahrzehnts ...

    Viel Spaß bei der Berlinale in der Schule wünscht Ihnen
    Ihr
    Dr.Martin Ganguly
    Filmpädagoge

  • 1/2010

    Gehaltvolle Filme, die den Zuschauer nicht nur im Moment des Sehens beschäftigen, laufen häufig nicht in großen, kommerziell orientierten Kinos, sondern auf Filmfestivals.
    Eines der größten und wichtigsten Festivals ist die Berlinale, die alljährlich im Februar in Berlin stattfindet. In der Sektion Generation werden dort, im global bedeutsamsten Festival für Kinder- und Jugendfilme, wahre Schätze aus den unterschiedlichsten Ländern gezeigt. Viele von Ihnen haben wahrscheinlich nicht die Möglichkeit, vom 11.-21. Februar auf cineastische Entdeckungsreise nach Skandinavien, Indien, Südamerika oder Asien zu gehen. Wer dennoch Highlights der Berlinale sehen und zeigen möchte, für den sichtet Matthias-Film jedes Jahr die Generation-Filme, um einige der schönsten Filme dann als DVDs herauszubringen.
    In der Berlinale-Edition sind bisher erschienen:
    Als DVD educativ premium/plus gibt es bisher:

    - Ikingut
    - Nenn mich einfach Axel
    - Der Traum
    - Ben X

    Viel Spaß bei der Berlinale zu Hause oder in der Schule wünscht Ihnen
    Ihr
    Dr.Martin Ganguly
    Filmpädagoge

    Programm für Kinder-und Jugendfilme der Sektion Generation der Berlinale